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Dekantieren

Mehr Genuss durch Dekantieren

Dekantieren hat etwas Erhabenes an sich. Wie bei einer traditionellen Teezeremonie erhält der einfache Genuss von Wein plötzlich eine feierliche Komponente. Doch das Dekantieren hat noch einen weitaus praktischeren Hintergrund.

Hinter dem Begriff Dekantieren steckt das französische «décanter», was so viel wie umfüllen, klären oder abgiessen bedeutet. Wenn man davon spricht, einen Wein zu dekantieren, dann bedeutet das schlicht, dass man den Wein von Schwebestoffen trennt. Denn bei älteren Rotweinen kann sich mit der Zeit ein solches Depot oder eben Weinstein bilden. Diese beeinträchtigen den Wein weder qualitativ noch geschmacklich. Auf der Zunge schmeckt der Bodensatz, der aus Ablagerungen von Gerbstoff besteht, jedoch bitter.

Es lohnt sich also, den Wein vor dem Konsumieren in eine schlanke, hohe Karaffe umzufüllen. Beim Einschenken in ein Glas verbleibt der Bodensatz so in der Karaffe. Die Form der Karaffe ist dabei essentiell: Ältere Weine laufen bei zu viel Sauerstoffkontakt Gefahr, zu oxidieren und ungeniessbar zu werden. Stellen Sie die Weine, die Sie dekantieren möchten, ein paar Stunden vorher aufrecht hin. So kann sich das Depot am Flaschenboden absetzen. Dekantieren Sie so spät wie möglich, also wenn Ihre Gäste bereits am Tisch sitzen. Und im Zweifelsfall lieber aufs Dekantieren verzichten.

Dekantieren vs. Karaffieren
Ganz anders verhält es sich bei den meisten jungen Weinen. Rote wie weisse benötigen Luft, damit sich die Aromen bestmöglich entfalten können. Dabei benötigen tannin- und farbstarke Weine mehr Sauerstoff als tanninarme, leichte Rotweine. Hier reicht es nicht aus, die Flasche ein paar Stunden vor dem Genuss zu öffnen. Es gelangt zu wenig Sauerstoff in den Wein. «Karaffieren» heisst hier das Zauberwort: Füllen Sie den Wein sorgfältig in eine bauchige Karaffe mit einem grossen Oberflächenspiegel um. Meistens läuft der gewählte Tropfen innert 30 bis 60 Minuten zu seiner Bestform auf. Je länger ein Wein lagerfähig ist, umso länger darf er grundsätzlich nach dem Öffnen der Flasche belüftet werden. Weine, die lange haltbar sind, sollen aber eben meist gar nicht jung getrunken werden. Testen Sie selber und verlassen Sie sich nicht nur auf Faustregeln! Am besten kaufen Sie mehrere Flaschen desselben Jahrgangs, die Sie über einen längeren Zeitraum trinken. So können Sie die Entwicklung der Reifung mitverfolgen.

Die beeindruckende Wirkung von zusätzlichem Sauerstoff im Wein zu «erschnuppern» können Sie auch mit einem Glas testen. Schenken Sie sich aus einer frisch geöffneten Flasche Wein in ein grossbauchiges Glas ein. Der erste Schluck wird sich wesentlich vom zweiten und dritten unterscheiden. Schwenken Sie nun das Glas ein paar Mal kräftig – die veränderte Aromaintensität wird Sie verblüffen.

Der Begriff Dekantieren wird also von den meisten Leuten falsch verwendet. Viele meinen damit eigentlich das Karaffieren, also die Belüftung des Weines durch Zuführung von Sauerstoff. Deshalb auch die Bezeichnung «Karaffe». Da der Begriff Dekantieren aber viel geläufiger ist, nennen sogar viele Hersteller ihre Karaffier-Produkte Dekanter oder Dekantierer.

Temperatur im Auge behalten
Beachten Sie ausserdem, die optimale Weintemperatur nicht zu überschreiten. Gehaltvolle Rotweine schmecken mit 16 bis 19 Grad am besten. Während des Belüftens erwärmt sich der Wein automatisch. Gerade im Sommer werden rasch über 20 Grad erreicht. Die feinen Aromen verdunsten jedoch damit und süssliche Noten wirken platt.