zurück

Die Trends 2015: Weniger Holz, mehr Weiss

Die Trends 2015: Weniger Holz, mehr Weiss
Copyright Deutsches Weininstitut GmbH

Wer wissen möchte, was in diesem Jahr beim Wein besonders angesagt ist, braucht nur die kommenden Zeilen lesen.

Wahrsager irren meistens. Ebenso wie die Verkünder des Wetterberichts. Auch Trendforscher liegen nicht immer richtig. Daher wollen wir von Selection keinen Anspruch auf die endgültige Wahrheit erheben.

Aber gewisse nachhaltige Trends in der Weinbranche sind definitiv schon zu beobachten: ein behutsamerer Einsatz von Barriques und eine gewisse Hinwendung zum Weisswein.

Nun, ersteres ist durchaus zu begrüssen, wenn auch nicht uneingeschränkt. Grosse Weine können durch die Reifung in den kleinen Holzfässern oft nur gewinnen, andererseits gibt es Winzer, die ihre Weine im Holz begraben.

Ob man dagegen den verstärkten Hang zu weissen Gewächsen gut heisst, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Aber hier geht es jetzt um allgemeine Trends. Und da heisst es: Times are changing, Weinvorlieben auch. Es müssen ja nicht die eigenen sein.

Bukettsorten legen zu

Was aber könnte 2015 noch trendy werden? Da lassen wir nun ein paar andere Spezialisten zu Wort kommen. „Burgundersorten aus Deutschland sind stark im Kommen„, meint Heiner Lobenberg von „Gute Weine“ in Bremen, von Selection im Herbst 2014 zum „Besten Weinhändler des Jahres“ gekürt.

Dazu erwartet er eine Verstärkung des Trends hin zu aromatischen Rebsorten, ganz besonders für die klassische Sorte Gewürztraminer, die lange Zeit als unerotisch galt, trotz ihres feinen Rosenduftes.

Vor allem Jüngere mögen den intensiven Duft dieser Weine„, bestätigt Ernst Büscher von der Pressestelle des Deutschen Weininstituts. „Neben Gewürztraminer zähle ich hauptsächlich noch Muskateller, Scheurebe und Sauvignon Blanc dazu.

Julia Lübcke, Geschäftsführerin des Gastronomiespezialisten Reidemeister & Ulrichs, sieht zwar ebenfalls deutsche Weissweine im Kommen, aber nicht nur.

Rote Klassiker werden wieder stärker gefragt werden, allen voran aus Frankreich und Italien. Und bei einem Restaurantbesuch scheint die süditalienische Sorte Primitivo glasweise eine recht sichere Wahl zu sein.

Starker Auftritt

Wie auch immer, 2015 scheint ein sehr gutes Jahr für Weingeniesser zu werden. Bei der grossen Januar-Verkostung der Selection wurden 1.045 Weine vorwiegend aus Europa bewertet und die Resultate waren erstaunlich.

Nicht nur die Quantität der eingereichten Erzeugnisse lag mit über einem Drittel Zuwachs deutlich über dem Vorjahreszeitraum. Auch die Qualität war dieses Mal nach einstimmiger Ansicht überdurchschnittlich gut und zwar in allen Preisklassen.

Daher vergaben die Juroren 11 Mal die Höchstprämierung Gold Top-Level beziehungsweise 5 Sterne und 213 Mal Gold beziehungsweise 4 Sterne, darunter auch an einige noch eher unbekannte Winzer.

Ebenso erfreulich: Im Gegensatz zu den letzten Jahren schickten auch etliche nationale und internationale Top-Erzeuger ihre Weine an unser Verkostungsteam.

Und was darf man vom neuen 2014er Jahrgang erwarten? Die ersten Eindrücke waren viel versprechend. Zumindest aus Deutschland wird es Weissweine geben, die eine sehr gute Figur machen und deutlich weniger Säure aufweisen als die 2012er und vor allem 2013er Jahrgänge.

Über den Autor

Wolfgang Hubert ist seit über 20 Jahren als Weinjournalist, Verkoster und Autor tätig und war bis 2008 außerdem Chefredakteur des Magazins „getränke markt“. Seit Ende 2014 ist er Chefredakteur des Genussmagazins "selection".

Dazu schreibt oder schrieb er regelmässig diverse Beiträge unter anderem für WeinWisser, Vinum, Wein Gourmet, essen & trinken, sowie für renommierte Tages- und Wochenzeitungen.

Kommentare

Sicherheitscode eingeben:

Nach oben

Jetzt Facebook-Fan werden und keine Story verpassen

Jetzt Facebook-Fan werden

Jetzt den Weinclub.ch
Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand - das Weinclub.ch Mailing kostenlos abonnieren.

Datenschutz wird bei uns gross geschrieben - wir geben Ihre Daten niemals weiter. Der Newsletter kann jederzeit gekündigt werden.